Bratwurst, Beer, and Business: Die Deutschen und LinkedIn

oder: How Germans Can Play With Habits

Ich habe auf LinkedIn Kontakte aus vielen Ländern und bekomme natürlich mit, was man in welchen Communities so postet. Ich selbst schreibe übrigens auch hauptsächlich in Englisch – der weltweiten Business-Sprache. In meinem Feed landen die unterschiedlichsten Inhalte. Von interessanten Pressenews über interne Updates, urkomische Comics bis hin zu tief bewegenden persönlichen Geschichten ist die ganze Bandbreite menschlicher Kommunikation vertreten. Auch die kulturellen Unterschiede festzustellen, finde ich amüsant. Denn wenn ich auch kein Schubladendenker bin, so kommt mir doch beim Stöbern in LinkedIn ganz unwillkürlich der Gedanke, dass die Deutschen nun mal ein Volk von Ingenieuren sind. Weltberühmt durch ihre Genauigkeit. Auch deutschsprachige Nicht-Ingenieure verbreiten viel Expertentum und Detailwissen. Wenn es dagegen um Spaß geht, tritt man in Deutschland eher auf die Bremse. Wieviel erfrischender finde ich da meine Freunde aus USA, Großbritannien oder den Niederlanden. Da wird locker über Gott und die Welt gesprochen, schräger Humor, Lifestyle-Witz oder beißende Kommentare passen sich mit Business-relevanten Inhalten zu einem Gesamtkunstwerk zusammen.

Herkunft spielt eine Rolle auf LinkedIn

Meine Beobachtungen stimmen mit den Erkenntnissen vieler Social-Media Experten überein. Bei aller Internationalität spielt in der Kommunikation auf LinkedIn die Herkunft eine viel größere Rolle, als man denkt und es ist nicht nur eine Binsenwahrheit, dass der Deutsche durch seine Detailverliebtheit auffällt, der Brite durch seinen außergewöhnlich trockenen Humor und der Holländer durch seine entwaffnende Direktheit.

Es gibt also einige Unterschiede bei der Nutzung von LinkedIn durch deutsche Geschäftsleute im Vergleich zu ihren Kollegen aus dem englischsprachigen Raum.

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass LinkedIn in Deutschland im Vergleich zu den Vereinigten Staaten und anderen englischsprachigen Ländern noch eine relativ neue Plattform ist. Obwohl es LinkedIn bereits seit 2003 gibt, hat das Businessnetzwerk in Deutschland erst in den letzten Jahren an Popularität gewonnen. Daher gibt es immer noch einige Unterschiede bei der Nutzung der Plattform durch deutsche Experten und Berufstätige.

Ein großer Unterschied besteht tatsächlich darin, dass die Deutschen in ihrer Kommunikation auf LinkedIn eher zurückhaltend und formell sind. Englischsprachige Fachleute sind oft „more casual“ und persönlicher in ihren Interaktionen und nutzen Humor und Geschichten, um Verbindungen aufzubauen. In Deutschland hingegen konzentriert man sich eher auf Fakten und Daten. Deutsche können – vor allem auf Personen aus dem englischen Kulturkreis – in ihrer Kommunikation ernst oder sehr zurückhaltend wirken. Vielleicht liegt es auch daran, dass man in der deutschen Sprache erst mal das Thema „Du?“ oder „Sie?“ bewältigen muss. Einige meiner Freunde verwenden mittlerweile gerne den Hashtag #gerneperdu. Auch viele Unternehmen wollen sich die lange Quälerei nicht mehr antun. Aber das macht jeder, wie er will.

Titel und Qualifikationen werden in Deutschland höher gewertet.

Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass deutsche Berufstätige bei der Erstellung ihres LinkedIn-Profils oft mehr Wert auf ihre akademischen und beruflichen Qualifikationen legen. Das liegt zum einen daran, dass akademische Titel und Qualifikationen in Deutschland einen hohen Stellenwert haben. Zum anderen wird in Deutschland LinkedIn immer noch in erster Linie als Instrument für die Stellensuche und das Recruiting angesehen.

Dass aktives Netwerken auch Recruiter auf den Plan ruft, ist jedoch seit langem ein offenes Geheimnis: Executive Search und Netzwerken/Geschäftsentwicklung gehen auf LinkedIn Hand in Hand und vornehme Zurückhaltung bringt weder geschäftliche Lorbeeren noch gute Angebote.

Sichtbarkeit ist alles!

Wie kannst du also auf dich aufmerksam machen? Hier sind ein paar Praxis-Tipps:

  1. Erstelle ein starkes Profil: Ja, deutsche Fachkräfte legen großen Wert auf akademische und berufliche Qualifikationen. Stell jedoch auch sicher, dass dein LinkedIn-Profil deine Werte und Ziele klar und prägnant hervorhebt. Zeige dich als Mensch mit Humor und Verstand.
  2. Engagiere dich in Gruppen: LinkedIn-Gruppen sind eine gute Möglichkeit, mit anderen Fachleuten in deiner Branche in Kontakt zu treten und dein Netzwerk auszubauen. Suche nach Gruppen, die für dein Fachgebiet relevant sind, und beteilige dich an Diskussionen und Unterhaltungen. Sprich als Mensch, so wie du dich mit Kollegen unterhalten würdest.
  3. Inhalte teilen: Das Teilen von Artikeln, Blogbeiträgen und anderen Inhalten, die sich auf deine Branche beziehen, ist eine gute Möglichkeit, dein Fachwissen zu demonstrieren und deine Glaubwürdigkeit auf der Plattform zu steigern.
  4. Sei regelmäßig aktiv: Wenn du regelmäßig mit deinen Kontakten „sprichst“, deren Beiträge likst und kommentierst, baust du tragfähige Beziehungen auf und zeigst dich mit deiner Persönlichkeit, mit deinem Humor und mit deiner Erfahrung. Schau hier mal meine Angebote dazu an.
  5. Sei authentisch und mutig: Probier´ einfach mal aus, weniger formell zu sein und etwas von dir selbst zu zeigen. Scheue dich nicht, deine Interessen und Hobbys außerhalb der Arbeit mitzuteilen oder Humor und Geschichten zu verwenden, um mit anderen in Kontakt zu treten.

Geh am besten einen Schritt und schau, was passiert: Welches Feedback bekommst du? Anerkennende Likes? Nette Kommentare? Dann bist du auf dem richtigen Weg.

Aber Achtung: Politisches oder Religiöses solltest du außen vor lassen. Damit trittst du zu schnell ins Fettnäpfchen. Das hat auch im Business nichts verloren.

Deutsches Bier als Business-Enabler

Zum Schluss hier noch ein Rat einer guten Freundin aus Den Haag: Auch wenn das deutsche Bier sehr gut schmeckt: Alles bierernst zu sehen, steht den Deutschen einfach nicht.

Wenn ich dir zu deinem Profil oder zu deinem Auftreten auf LinkedIn Feedback geben kann oder du eine Begleitung oder Starthilfe für LinkedIn suchst, ruf gerne bei mir durch oder reserviere dir einen Termin in meinem Kalender.

Eva

Wie viele Kontakte auf LinkedIn sollte ich haben?

Die durchschnittliche Anzahl der Verbindungen pro LinkedIn-Profil liegt bei 500-999. Was bringen viele LinkedIn Kontakte und welchen Zweck hat es, mehr zu wollen?

Natürlich würde man das öffentlich niemals zugeben, doch heimlich schielt man schon mal auf die LinkedIn-Followerzahl des Kollegen oder Geschäftspartners. Und oft bricht sich dann ein unbestimmbares Gefühl von Erschrecken, Unsicherheit und Neid Bahn. Doch wie viele Kontakte sollte man auf LinkedIn eigentlich haben?

Followerzahl ist nicht Geschäftserfolg

Vorab sei schon mal gesagt: die Anzahl der Follower auf LinkedIn hat rein gar nichts mit geschäftlichem Erfolg zu tun. Wir alle kennen – Hand auf´s Herz – viele gestandene Geschäftsleute, die noch nicht mal ein LinkedIn-Profil haben, geschweige denn sich dort regelmäßig zu Wort melden. Dennoch: Die Zeit schreitet voran und eine LinkedIn Präsenz wird in Zeiten zunehmender Online-Aktivitäten für die meisten von uns immer wichtiger. Denn ein Profil ist mittlerweile viel mehr als ein Lebenslauf. Laut einer aktuellen Qnary-Studie* sehen 68,4 % der Befragten Kollegen oder Führungskräfte positiv, die berufliche Neuigkeiten in den sozialen Medien teilen. Das gilt vor allem für die Technologie-Branche. Die Umfrageergebnisse zeigen eine zunehmende Nutzung sozialer Medien unter Geschäftsleuten. Die Daten für das Jahr 2021 zeigen einen Anstieg von fast 15 % bei der täglichen Nutzung sozialer Medien. Mehr als die Hälfte, 56,7 %, der Befragten posten mindestens einmal am Tag Inhalte, gegenüber 42 % im Jahr 2020.[1]

Keine Frage: Wie man LinkedIn nutzt, bleibt jedem selbst überlassen. Manche Menschen sehen sich als Netzwerker und wollen viele Verbindungen und Follower haben. Andere hingegen haben lieber eine überschaubare Liste von Personen, die sie persönlich kennen und zu denen sie im Laufe der Jahre eine gute persönliche Beziehung aufgebaut haben.

Aussagen über die Anzahl der Likes, die man auf einen veröffentlichten Beitrag bekommt, finden die einen interessant. Andere reagieren eher negativ und sind der Meinung, dass wir allmählich zu einer Gesellschaft der Selbstgefälligen verkommen.

Die meisten von uns haben im Laufe der Jahre viele Kontakte geknüpft – zu Freunden, zu geschäftlichen Kontakten, zu ehemaligen und aktuellen Arbeitskollegen, zu denjenigen, mit denen wir studiert haben und die wir über Events oder sonstige berufsbezogene Aktivitäten kennen. Ein solch „typisches“ Netzwerk reicht den meisten LinkedIn Nutzern vollkommen aus.

Hohe Followerzahlen um jeden Preis?

Daneben gibt es jedoch andere, die – beseelt von einem unbestimmten Ziel, ihre Followerzahl zu erhöhen – ohne Sinn und Verstand Verlinkungsanfragen versenden und darauf hoffen, sich damit in die Höhen des LinkedIn Olymp zu katapultieren. Doch solche Vorhaben scheitern oft kläglich.

Jeder, der seine Follower und Kontakte auf LinkedIn vergrößern will, sollte sich als erstes über seine Ziele im Klaren sein. Was will ich erreichen? Will ich mein Standing im Unternehmen verbessern und von bestimmten Personen als Meinungsführer wahrgenommen werden? Möchte ich in meiner Community oder bei meinen Kunden als innovativer Geist wahrgenommen werden? Oder möchte ich zu einem bestimmten Thema als Experte anerkannt sein? All das lässt sich auf LinkedIn erreichen.

Genau deshalb ist es sinnvoll, sich über seine Absichten im Klaren zu sein und eine gute Strategie zu entwickeln.

Tribes

Zudem hilft das Konzept der „Tribes“, das erstmals vom Marketing-Vordenker Seth Godin formuliert wurde. Dabei geht es darum, dass Inhalte bei einer spezifischen und möglichst einflussreichen Gruppe Anklang finden sollten. Eine „Tribe“ anzusprechen bringt viele Vorteile und kann dich schnell einem größeren Publikum bekannt machen. Du kannst deine ganz eigenen Perspektiven einbringen, mit anderen diskutieren und damit sowohl deine Kompetenz weiter entwickeln als auch deine Wirkkraft erheblich verstärken und damit – deinen Einfluss. Ganz automatisch wird sich die Zahl deiner Follower erhöhen.

Ein Paradox: Die Followerzahl

Ja, es ist logisch: je mehr Personen mit dir auf LinkedIn verbunden sind, desto höher wertet LinkedIn das Engagement (Likes, Re-Shares, Kommentare usw.) im Vergleich zu einer Person mit einer geringeren Anzahl an Followern.

Alles, was du auf LinkedIn tust, alles, was du siehst, alle Anzeigen und Beiträge basieren auf vergangenen Aktivitäten und auf deren Reaktionen – analysiert, bewertet und gesteuert vom allmächtigen LinkedIn-Algorithmus.

Der funktioniert in etwa so: Deine Beiträge werden in die Feeds von etwa 10-15% deiner Follower geladen. Sobald du etwas postest – eine Meinung, einen Artikel, ein Video, ein Foto – teilt LinkedIn diesen Beitrag also nicht mit all deinen LinkedIn-Kontakten. Ungefähr 10-15 % deiner Kontakte sehen diesen Beitrag.

Abhängig von den Reaktionen dieser ersten 10-15 %, wird der Beitrag dann an die anderen 85-90 % (und deren Verbindungen) weitergeleitet. Auch wenn man nicht genau weiß, nach welchen Regeln die ersten 10-15% ausgesucht werden, so haben Experten doch eine Vermutung. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus denjenigen, die am stärksten mit dir interagieren und denjenigen, die erst kürzlich mit dir in Kontakt getreten sind oder ähnliche Interessen haben (Hashtags).

Das bedeutet im Umkehrschluss: Viele Verbindungen zu haben, gibt dir nur eine vermeintliche Beliebtheit. Warum: wenn du nur wenige deiner Follower auf deine Beiträge reagieren, wird sich das negativ auf deine Engagement-Werte (Likes, Kommentare, Re-Shares) auswirken. Als Autor und Ersteller von Inhalten wirst du damit von LinkedIn abgestraft und deine vielen Kontakte und „Follower“ nutzen dir herzlich wenig.

Gib deiner LinkedIn Präsenz einen Sinn

Wenn du mit deiner LinkedIn Präsenz ein Ziel verfolgst und deine Inhalte darauf ausrichtest, wirst du erfolgreich werden und musst nicht mehr auf Follower-Zahlen schielen.

– Wenn Du auf LinkedIn bist, um Gleichgesinnte zu erreichen und dich mit ihnen zu vernetzen, dann sollte dein Ziel sein, sich mit denjenigen in diesem Bereich zu vernetzen und Reationen von Personen aus diesem Kreis zu erhalten. Beschäftige dich mit deren Beiträgen – kommentiere. Gib deine Meinung, stimme zu, zeige Zustimmung, vielleicht sogar deine Bewunderung. Sie werden vielleicht das Gleiche tun.

– Wenn Du Geschichten oder Beiträge veröffentlichen möchten, die für dich und dein Anliegen von Bedeutung sind, dann tu genau das – aber halte dich an eine Reihe von Kernthemen, damit die Leute wissen, wofür du stehst. Denk daran, dass nicht alle deine Meinung teilen werden.

– Wenn dein Ziel ist, die größte Fangemeinde auf LinkedIn zu haben, vergiss es. Der LinkedIn Algorithmus ist unbestechlich. Er wertet die Interaktionen, die Reaktionen deiner Beiträge aus. Solange hier nichts zu sehen ist, werden deine Beiträge erbarmungslos herabgestuft werden.

Ich wünsche dir viel Erfolg und viel Spaß bei der Interaktion mit Gleichgesinnten auf LinkedIn. Gern bin ich für dich da, wenn du Fragen hast. Such dir am besten hier schon mal einen Termin mit mir aus.

Eva

Online-Workshop: Ois easy mit LinkedIn.

LinkedIn kann sogar Spaß machen! Wenn man weiß, wie´s geht!

Mach dies in den sozialen Medien, mach das: Oft weiß man gar nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Und dann bleibt man doch wieder bei seiner alten Strategie in der Kundenakquisition. Und kämpft! Dabei kann man sich einen leichten Umgang mit LinkedIn wirklich einfach angewöhnen.

In diesem Workshop beschreibe ich die Mechanismen, nach denen LinkedIn funktioniert und gebe Teilnehmern das nötige Werkzeug mit, um ihre eigene Strategie zu entwickeln und nach und nach zu verfeinern.

Sie lernen einen einfachen, selbstverständlichen Umgang mit diesem Medium und werden unverkrampft mit neuen Wunschkunden ins Gespräch kommen. Sie finden Anknüpfungspunkte und werden Schritt für Schritt zu einem geschätzten Gesprächs- und Businesspartner.

Sie lernen, wie Sie die sozialen Aktivitäten in ihrem Team koordinieren und wie Sie dadurch ihr geschäftliches Netzwerk mehr und mehr erweitern.

Hierbei handelt es sich um einen Einführungsworkshop für Personen, die schon etwas Erfahrung mit den sozialen Medien haben. Wir arbeiten in der Gruppe und in Zweierteams. Folgeworkshops sind geplant.

Der Workshop ist geeignet für Unternehmer, Geschäftsführer und/oder Vertriebs- und/oder Marketingverantwortliche. im B2B. Bitte melden Sie sich bei mir persönlich für den Online Workshop an. 

Um effektiv arbeiten zu können, ist Platz für bis zu sechs Personen.

Termin: Freitag, 27. Januar 2023 14:00 – 17:00 Uhr

Kosten: 240,- Euro pro Teilnehmer

Bitte melden Sie sich unter Angabe Ihres Namens, Ihrer Kontaktdaten sowie Ihrer Website bei mir zum Workshop an. Ich melde mich mit weiteren Informationen bei Ihnen zurück.

 

 

Mit Hashtags mühelos größere Reichweite auf LinkedIn – sofort umsetzbare Praxistipps

Antworten auf sieben Fragen rund um die Arbeit mit Hashtags im großen Business-Netzwerk

Doppelkreuz, Raute, Gartenzaun: Das Hashtag-Zeichen hat im deutschsprachigen Raum im Laufe der Zeit so einige weitere Namen bekommen Viele fragen sich jedoch, was es mit der Sache mit den Hashtags eigentlich auf sich hat. Welche Vorteile bieten sie und wie setzt man sie gekonnt und zielführend ein? Wie findet man seinen eigenen „Marken-Hashtag“? Und welche speziellen Regeln gelten auf LinkedIn? Viele Fragen! Erhellende Antworten gibt es hier:

  1. Was genau ist ein Hashtag?

Hashtags sind – nicht nur auf LinkedIn – eine beliebige Kombination von Buchstaben oder Nummern, ohne Leerzeichen, die auf das #-Symbol folgen. Hashtags sind Schlagworte, Themenbeschreibungen wie etwa #marketingstrategie, #gamescon, oder #Berlin.  Zur besseren Lesbarkeit macht es Sinn, jeweils Anfangsbuchstaben eines Wortes groß zu schreiben, z.B. #StartupBeratung.

Übrigens: Satzzeichen, wie Bindestriche oder Punkte haben in einem Hashtag nichts verloren. Leerzeichen führen dazu, dass dein Hashtag „verstümmelt“ ist und nicht den beabsichtigten Wert hat.

2. Welche Funktion haben Hashtags?

Das Doppelkreuz dient ganz einfach dazu, dass Leser dich und deine Beiträge finden. Sie werden deine Inhalte finden, wenn du deine Texte mit den #Hashtags versiehst. Du kannst noch so gute Beiträge schreiben, wenn du die entsprechenden #Schlüsselbegriffe nicht markierst, werden sie nur durch Zufall gelesen.

Im Grunde kannst du dir einen Hashtag wie eine Abteilung in einem großen Warenhaus vorstellen: Wenn du dir eine neue Pfanne kaufen willst, suchst du erst mal an der Tafel neben der Rolltreppe nach der Haushaltswarenabteilung. Du fährst in den 3. Stock hoch und siehst dich weiter um, bis du die Regale mit den Töpfen und Pfannen findest. Dann bist du praktisch schon am Ziel. Wenn das Warenhaus Pfannen in der Abteilung Herrenoberbekleidung platzieren würde, könnten sie Interessenten dort auch nur per Zufall finden.

Genauso verhält es sich mit deinen Inhalten: Beiträge ohne Hashtags werden höchstens zufällig gefunden. Wenn du als HR Spezialist auf der Suche nach Beratungsklienten bist, würdest du deine Beiträge und dich selbst (dein Profil) entsprechend kategorisieren, etwa mit #Consulting, #HumanResources und einem oder zwei noch weiteren Hashtags, die dein Angebot näher beschreiben.

In Social Media Sprech heißt das so: Hashtags verschaffen dir und deinen Beiträgen, deinem Angebot Reichweite. Wenn du sie klug einsetzt, nimmst du am Gespräch teil und kannst nach und nach Expertenstatus auf deinem Gebiet erreichen. Du wirst Vertrauen gewinnen – und Follower.

  1. Wo setze ich Hashtags ein?
    Hashtags können in deinem Profil, in deinen Beiträgen/Artikeln, deinen Direct Messages und auf deinem Company Profil eingesetzt werden.
  • Dein Profil: Setze Hashtags im Creator Modus ein, um deinen Besuchern auf einen Blick zu signalisieren, über welche Themen du sprichst.
  • Deine Beiträge und Artikel: Setze drei bis allerhöchstens fünf Hashtags ein, um deine Artikel zu verschlagworten. Du kannst Hashtags zwar direkt im Fließtext deiner Beiträge nutzen, allerdings ist dort die Gefahr größer, dass deine Leser die Hashtags direkt anklicken und nicht in deinem Beitrag bleiben. Ich empfehle daher, die Hashtags unter den Beitrag zu setzen, in höchstens zwei Zeilen. Falls du einen „Branded Hashtag“ verwendest, sollte dieser besonders hervorgehoben werden und nicht bei den Stichwort-Hashtags landen. Mehr zum Thema „Branded Hashtag“ erfährst du unter Punkt 6.
  • Direct Messages: Auch hier kannst du Hashtags verwenden, idealerweise deinen Branded Hashtag mit CTA. 
  • Unternehmens-Profil: LinkedIn erlaubt dir nicht mehr als drei Schlagworte – hier gilt es, treffgenaue Hashtags zu finden.

Jetzt wirst du dich fragen: Ja, aber welche Hashtags passen für mich? Hier kommen wir an des Pudels Kern. An diesem Punkt empfehle ich, erst einmal einen Schritt zurück zu gehen und dir grundsätzliche Fragen zu deinem Business zu stellen. Eine Frage, auf die du eine Antwort finden solltest, lautet: Mit welchen Stichworten werden Personen suchen, wenn sie meine Dienstleistung, mein Angebot in Anspruch nehmen wollen? Ja, das SEO und Keyword-Prinzip gilt ähnlich auch für deine Hashtags: Hier nutzt dir – genau! –  der Perspektivenwechsel: Versetze dich in die Lage deiner Kunden. Welche Begriffe sind ihnen geläufig?

Einige Beispiele:

  • Für einen IT-Berater sind Hashtags wie #Apple oder #PC und #Reparatur sicher sinnvoller, als #Systemwiederherstellung (auch wenn es genau das ist, was er tun wird, um den PC wieder zum Laufen zu bringen). Warum? Weil seine Kunden diesen Fachbegriff wahrscheinlich nicht kennen und nicht danach suchen werden.
  • Wenn Ihr ein Startup seid und eine mit künstlicher Intelligenz versehene Technologie anbietet, macht ein Hashtag #KI oft weniger Sinn, als ein Hashtag, der signalisiert, welche Vorteile dein Kunde dadurch hat, z.B. #Automatisierung, #Einkaufsprozesse.

Du siehst: Deine Hashtags sollten sich darum drehen, welche Probleme du mit deiner Dienstleistung, deinem Angebot löst. Hier kommt die kundenzentrierte Kommunikation ins Spiel. Grundsätzlich geht es dabei darum, dein Angebot mit für deine Kunden interessanten und bekannten Begriffen zu beschreiben.

  1. Welche verschiedenen Arten von Hashtags gibt es?

Wenn ich eine grobe Unterteilung vornehme, denke ich an diese acht Kategorien.

  • Nach Inhalten deines Angebots, z.B. #Strategieberatung – Hier empfiehlt sich eine möglichst punktgenaue Beschreibung deines Angebots.
  • Nach Branchen, z.B. #Gastronomie – Für Unternehmen, die nur in einer bestimmten Branche aktiv sind
  • Nach Orten, z.B. #München – Für alle, die Ihre Dienstleistungen nur lokal anbieten
  • Nach Events, z.B. #Gamescon – Achtung: Diese Hashtags verlieren schnell ihre Gültigkeit – rechtzeitig aktualisieren/entfolgen!
  • Nach Kundeninteresse, z.B. #Wettbewerbsfähigkeit – Ein guter Hashtag, der besonders viel Wirksamkeit entfaltet, wenn du für dein Angebot einen punktgenauen Nischenhashtag findest und verwendest.
  • Nach Unternehmen, z.B. #Philipps – Auch wenn für Unternehmen oft der Hashtag verwendet wird, ist hier doch eher – wie auch für Personen, das @Zeichen relevant.
  • Nach aktuellen Themen, z.B. #Jahresende, #MeToo – Für LinkedIn und BusinessDevelopment nur eingeschränkt interessant
  • Nach Gesetzen, Richtlinien etc, z.B. #Datenschutz
  • Nach deinem selbstgeschaffenen Markenzeichen, z.B. #RichardRocks – Erläuterungen weiter unten.
  1. Hashtag-Recherche: Breite Hashtags – Nischenhashtags – Branded Hashtag

Bei deiner Hashtag-Recherche sind die folgenden Faktoren ausschlaggebend:

  • Welche Hashtags haben eine ausreichend große Followerzahl? – Du willst natürlich eine gewisse Reichweite erzielen.
  • Welche Hashtags sind für meine Zielgruppe interessant? – Du willst natürlich bei deinen Ansprechpartnern ins Gespräch kommen.
  • Mit welchem Hashtag kann ich mich einzigartig machen? – Du möchtest mit deiner ganz persönlichen „Marke“ für deine Wunschkunden schnell wieder erkennbar sein und dich aus der Masse der Beiträge herausheben.

Auch wenn du auf den ersten Blick versucht sein solltest, nur die Hashtags mit der großen Followerzahl zu verwenden, ist dieses Vorgehen nicht sehr empfehlenswert. Warum? Hier verschwindet dein kleiner Beitrag in der großen Menge an Inhalten. Das Schlagwort, das du verwendest, ist viel zu unspezifisch, zu ungenau, als dass potentielle Leser auf einen Blick erkennen könnten, dass es hier Interessantes für sie zu erfahren gibt.

Ein Beispiel für einen breiten Hashtag mit mehreren Millionen Followern ist

Viel spannender ist es, auf Nischenhashtags zu setzen oder eine Kombination aus breiten und Nischenhashtags zu verwenden. Mit letzteren bringst du dein Angebot genauer auf den Punkt, deine Wunschkunden finden dich besser. Die gelungene Kombination von breiten und Nischen-Hashtags bewirkt ein Gleichgewicht zwischen Wettbewerb und Suchvolumen.

Deine Wiedererkennbarkeit und Einzigartigkeit unterstreichst du, indem du dir dein eigenes Hashtag, ein sogenanntes „Branded Hashtag“ kreierst. Damit verankerst du dein Angebot bei deinen Kunden.

  1. Mit Branded Hashtags – deinem persönlicher Markenhashtag – deine Followerzahl erhöhen

Kann ich mit Hashtags meine Followerzahl erhöhen? Klar, Hashtags helfen da enorm. Besonders eignen sich dafür jedoch sogenannte Branded Hashtags.

Viele Unternehmen „claimen“ – beanspruchen – einen ganz bestimmten Hashtag für sich und verwenden ihn zusammen mit bereits etablierten Hashtags, um ihre Marke Schritt für Schritt bekannt zu machen. Eine gute Strategie! Wie schnell das durch die Decke gehen kann, zeigen Beispiele wie #metoo, #aufschrei, oder #blacklivesmatter.

Falls Du so etwas auch vorhast, solltest du jedoch erst einmal recherchieren, ob der Begriff, den du gerne verwenden möchtest, nicht schon von jemandem anderen „besetzt“ ist. Das findest du heraus, indem du einfach nach dem Hashtag recherchierst.

Ein Beispiel: Wenn #richardrocks nur ganz wenige Follower hat, kannst du ihn nutzen. Zu deinem „eigenen“ machst du ihn, indem du den Hashtag in deinem Profil und deinen Beiträgen verwendest.

Wenn du deinen selbst kreierten Hashtag immer wieder mit für deine Community relevanten Begriffen verbindest, stärkst du damit deine Brand und dein Angebot. Deinen Branded Hashtag solltest du aber nicht in der Zeile unter deinen Beiträgen verschwinden lassen, dazu ist er viel zu wertvoll. Besser ist es, ihn mit einem Call to Action (CTA) zu verbinden und ihn direkt unter den Beitrag zu setzen bzw. ihn im Profil prominent zu platzieren.

Bei #richardrocks könnte ein solcher CTA folgendermaßen lauten: Willst du Cocktailideen und Bargeflüster für euren nächsten Firmenevent? Folge #richardrocks. (Du merkst, hier geht es um einen imaginären Bartender, der seine Services für Firmenevents anbietet)

Beachte: Es gibt einen feinen Unterschied zwischen Hashtags (#) und Tags (@). Tags verwendest du, wenn du auf Personen- oder Unternehmensprofile hinweist.

  1. Hashtag-Recherche: Wie finde ich relevante Hashtags auf LinkedIn? Welchen Hashtags folge ich eigentlich?

Die Hashtag-Recherche auf LinkedIn ist einfach erklärt: Gib in das Suchfeld einfach den gesuchten Begriff mit einer Raute davor ein. LinkedIn wird dir dann den Hashtag samt Followerzahl angeben.

Schon wenn du die ersten Buchstaben eintippst, wird dir LinkedIn einige Begriffe vorschlagen. Hier gibt es oft interessantes für dich zu entdecken.

Welchen Hashtags folgst du? Auch hier macht es dir LinkedIn einfach. Sieh auf deiner Startseite links unten in der Rubrik Hashtags nach. Wenn du auf „Mehr anzeigen“ bzw. „Alle anzeigen“ klickst, bekommst du einen Überblick über die Hashtags, denen du aktuell folgst.

Wie du Hashtags sowohl in deinem Profil als auch in deinen Beiträgen, Artikeln und auf deiner Unternehmensseite gekonnt einsetzt und weiter entwickelst, erarbeite ich gern mit dir persönlich. Hier kannst du dir einen Termin für ein Gespräch mit mir aussuchen.

 

 

Das neue BizDev ist social

Wie geht Kundengewinnung heute? Klar, mit Social Media.

Wie geht Leadgenerierung im komplexen Firmenkundengeschäft? Eindeutig: durch geschicktes Bespielen und Vergrößern Deiner Community auf LinkedIn, dem weltweit größten Business-Netzwerk.

Hier schreibe ich über die immer gültigen Regeln im Business Development  und wie sie auf LinkedIn klug angewendet werden können. Es geht um Sichtbarkeit und Reichweite. Es geht um Inhalte, die Vertrauen schaffen. Um Service, der ganz selbstverständlich relevante Kundenanfragen bringt.

Doch wie schafft man es, sich nicht in den endlosen LinkedIn-Weiten zu verlieren? Wie baut man seine Meinungsführerschaft aus, wird zur „Authority“ in seinem ganz speziellen Bereich? Und welche Schritte sind notwendig, um genau das Publikum zu erreichen, das schlussendlich zum Kunden werden soll?

Das sind die Fragen, die sich nicht nur LinkedIn-Einsteiger stellen. Auch erfahrene Nutzer nutzen nur einen Bruchteil der Möglichkeiten, die LinkedIn bietet. Speziell für das Anbahnen von Geschäftskontakten wird das Business-Netzwerk der Welt noch viel zu wenig genutzt. Dabei bietet schon die Basis-Version unendlich viele Möglichkeiten, tatsächlich Dinge voranzutreiben und die richtigen Kundenanfragen zu bekommen.

Eine spannende Reise! Ich freue mich über Deine Kommentare und Gastbeiträge. Oder möchtest du gleich mit mir über deine Pläne sprechen? Kein Problem.

Tschüss XING, hallo LinkedIn!

Fünf Regeln für den Einstieg ins Social Selling auf LinkedIn

Von Cybersecurity-Insidern über lokale Champions bis hin zu Vordenkern in Sachen Diversity und Führung – auf LinkedIn tauschen sich die Experten der Welt aus und finden ihre „heimische“ Nische, ihre Community.

Keine Frage: LinkedIn hat sich zum führenden Businessnetzwerk auch für regionale Anbieter entwickelt. So hat LinkedIn mittlerweile mehr als 18 Millionen Mitglieder aus dem deutschsprachigen Raum und hat damit XING überholt. Weltweit gibt es über 850 Millionen LinkedIn-Nutzer. Die Tendenz ist steigend. Dabei ist die internationale Plattform viel mehr als nur eine Job-Börse oder ein Kommunikationsforum. Vor allem in der Anbahnung von Geschäftskontakten im B2B, also im Generieren von Leads, zeigt LinkedIn seine Vorzüge: 80% der B2B Marketing Leads mit Ursprung in den Sozialen Medien stammen aus LinkedIn.

1. Der Moment der Wahrheit: Wer bist du?

Wenn du auf LinkedIn erfolgreich Leads generieren möchtest, macht es Sinn, deine Präsenz auf LinkedIn – und übrigens auch im gesamten Web – unter die Lupe zu nehmen.

In den sozialen Medien bist du eine öffentliche Person. Dein Profil sollte also an deine Zielgruppe kommunizieren, in deren Worten. Wichtig ist, dass deine Zielgruppe versteht, was du anbietest. Doch nicht nur dein Profil steht unter Beobachtung. Auch die Company Page deines Unternehmens, die Profile deiner Kollegen und Mitarbeiter sind interessant für potentielle Käufer. Auf LinkedIn gilt, wie überall, der Grundsatz des Kommunikationsforschers Paul Watzlawick: Man kann nicht nicht kommunizieren. Die gesamte LinkedIn Präsenz deines Unternehmens kommuniziert nach außen, zu deinen Geschäftspartnern und Interessenten. Auch dann, wenn es sie nicht gibt.

Schau dir also genau an, welche Infos bereits über dich und dein Unternehmen auf LinkedIn (und überhaupt im WWW) öffentlich sind. Wie sieht eure Company Page aus? Wie die Profile deiner Kollegen und Mitarbeiter? Wie wird was in welchen Abständen kommuniziert?

2. Keine Eintagsfliegen: Sei regelmäßig aktiv

LinkedIn bietet hervorragende Chancen, um relevante Anfragen von Interessenten, also potentiellen Unternehmenskunden zu bekommen. Ja, richtig gelesen: Wir sprechen hier von Inbound-Leads! Natürlich kommen die Anfragen nicht durch Zauberhand und eine Strategie und ein Prozess für die Aktivitäten auf LinkedIn ist wichtig. Als Daumenregel gilt,  mindestens wöchentlich einen substanziellen Post zu veröffentlichen. Auch sonst sollte man aktiv sein. Das bedeutet: Regelmäßig mit der Zielgruppe kommunizieren, Beiträge kommentieren, mit Humor und Anerkennung nicht geizen. Kurz gesagt: Kontinuierlich aufmerksam sein!

Um die Aktivität in LinkedIn zu verstärken macht es Sinn, im Unternehmen einen Social Selling Prozess zu etablieren. Das klingt kompliziert, könnte jedoch einfach darin bestehen, auf neue LinkedIn Artikel hinzuweisen. Die sozialen Interaktionen von Kollegen (liken, sharen, kommentieren) erhöhen die Reichweite und stärken die Marke. Hier sollten (zumindest) Marketing und Vertrieb Hand in Hand gehen.

3. Das Paradox für erfolgreiches Verkaufen: Verkaufe nicht!

LinkedIn kann man sich eigentlich auch als große Party vorstellen. Man zeigt sich von seiner besten Seite, ist humorvoll, kommunikativ und gut gelaunt. Was aber stört auf einer guten Party? Genau: der Rosenverkäufer, der verlässlich immer dann auftaucht, wenn man sich gerade so richtig amüsiert! Für LinkedIn wie auch für Partys gilt daher diese eherne Regel: Verkaufe nicht!

Doch wie komme ich dann an meine Leads, wirst du fragen. Hmm. Überleg mal: Wann warst du selbst von einem Angebot wirklich begeistert? Genau. Wenn da etwas zur Verfügung gestellt wurde, was dich wirklich weiter gebracht hat, wenn da jemand großzügig und gern Service geboten hat, wenn er auf deine Anfrage geantwortet hat und verstanden hat, was du brauchst.

Kurz: Service ist das neue Verkaufen! Wenn du also auf LinkedIn zum Top-Seller avancieren willst, ist mein Rat: Zeig dich, biete Service und Informationen. Möglichst in einfach verdaubarer Form, so dass Kunden etwas damit anfangen können. LinkedIn ist die ideale Plattform für die unaufdringliche, einprägsame Präsentation der eigenen Kompetenz.

Diese Regel wird untermauert von der Studie der Boston Consulting Group¹, die besagt dass mehr als drei Viertel aller B2B-Einkäufer zunächst keinen Kontakt zu Verkäufern suchen. Sie verlassen sich auf digitale Ressourcen, wie Website, Social Media-Präsenz etc.

4. Content is King: B2B Käufer erwarten relevante Inhalte.

62 % der B2B-Käufer gaben an, dass sie sich bei der Recherche und Kaufentscheidung noch stärker auf Inhalte verlassen, als im Jahr zuvor. 44 % der Befragten gaben an, dass sie einen höheren Wert auf die Vertrauenswürdigkeit der Quelle legen.²

Informationen zu hüten wie seinen Augapfel ist keine gute Strategie mehr. In einer Welt, in der jede Information recherchierbar ist, bedeutet es für Menschen, die mit komplexen Entscheidungen zu tun haben, wirklich guten Service, alles von einem Unternehmen, an einem Ort, verfügbar zu haben. Es hilft ihnen, sich in der Fülle der Informationen zurecht zu finden und die für sie beste Wahl zu treffen.

Wer eine gute Informationen bereit stellt und klaren Nutzen bietet, wird Erfolg haben. Klasse wird dabei jedoch eindeutig höher bewertet als Masse. Laut der Content Preferences Study von 2019 sagen 65 % der Befragten, dass die Anbieter zu viel Material zur Verfügung stellen. 59 % stimmten mit der Aussage überein, dass ein Großteil des Materials nutzlos ist, und 70 % sagten, dass das Material mehr auf Stil als auf Substanz ausgerichtet ist.³

Fazit: nicht die Menge der Information ist entscheidend. Marketing Sprech und Buzzword-Bingo will niemand mehr hören. Weitschweifigkeit und Allgemeinplätze, Texte, die zu allem passen und nichts sagen, werden bestenfalls ignoriert.

Was man erwartet, ist Substanz. Idealerweise von einem Menschen, der sympathisch, humorvoll und hilfsbereit ist.

5. Kommuniziere Nutzen, nicht Produktmerkmale

Die intelligenten Märkte finden Anbieter, die in ihrer Sprache mitreden.

Cluetrain-Manifest (These 32)

Es ist eine alte Vertriebsweisheit, dass der Wurm dem Fisch schmecken muss, nicht dem Angler. Das gleiche gilt für die Kommunikation mit potentiellen Kunden. Nicht dir muss dein Angebot gefallen, sondern dem, für den es bestimmt ist. Deshalb solltest du vermeiden, Produktmerkmale in den Vordergrund zu stellen. Das schlimmste wäre, sämtliche Funktionalitäten aufzuzählen, dich in den neusten Features zu ergehen, dich in Details zu verlieren. Warum? Weil du den Informationsstand deines Gegenübers völlig falsch einschätzen, ihn komplett überfordern würdest.

Andersherum wird ein Schuh draus: Überlege dir, welche Ziele dein Gegenüber hat. Denke darüber nach, welche Aufgaben er erfüllen, welche Ergebnisse er liefern muss. Dann überlege, wie deine Produktmerkmale ihm dabei helfen, genau diese Ziele zu erreichen. Dabei hilft dir der Value Proposition Canvas, den ich gern mit dir auf deine Situation maßschneidere.

Für weitere Infos und Diskussionen bin ich gern für dich da. 

¹BCG, How Digital Leaders Are Transforming B2B Marketing, 2017

²Demand Gen, 2021 Content Preferences Survey

³ Forrester, Content Preferences Study, 201

Digital mithalten bei veränderten B2B Vertriebsregeln

Die zunehmende Digitalisierung bringt große Chancen mit sich, birgt aber Risiken auf allen Märkten. Diese sind am offensichtlichsten auf dem Endkundenmarkt zu finden. Doch auch im Geschäfts- und Industriekundenvertrieb spürt man die Veränderungen stark: Neue Player etablieren sich und sind mit guten Argumenten nur einen Mausklick weit von Ihren Zielkunden entfernt.

Oft warten die neuen Mitbewerber mit disruptiven Geschäftsmodellen auf, die sich kompromisslos am praktischen Nutzen ihrer Zielgruppe orientieren. Die jungen Marktteilnehmer kennen die digitalen Spielregeln und punkten mit einem ausgefeilten, kundenzentrierten Messaging. Für herkömmliche Anbieter stellen sie eine ernstzunehmende Konkurrenz dar.

Keine Frage, „Angebote und Kundeninteraktion einfach zu gestalten, wird lebenswichtig sein“. So sehen gemäß der A. T. Kearney-Studie „The Future of B2B Sales“ mehr als 65 % aller Vertriebsmanager aus Top-Performer-Unternehmen die Zukunft des B2B-Vertriebs. Einfachheit in der Kundenkommunikation sollte ein eindeutiges Merkmal des Lösungsvertriebs sein, der darauf aufbaut, den Kunden nicht Produktmerkmale anzubieten, sondern vielmehr, ganz simpel, eine Lösung für ihre Probleme.

Der neue Verkäufer: Geburtshelfer, Analyst, Berater

Wie Sie sich und Ihr Angebot dem Kunden darstellen, ist von zentraler Bedeutung. Niemand kauft eine Tastatur wegen ihrer ergonomischen Oberfläche. Nein, man will Nackenschmerzen vermeiden und länger entspannt arbeiten können. Bei hochkomplexen und kostspieligen Projekten, wie sie etwa im B2B-IT-Vertrieb üblich sind, ist eine lösungsorientierte, beratende Ansprache umso mehr geboten.

Betrachten Sie die Situation aus dem Blickwinkel Ihres potenziellen Kunden: Er kennt zunächst Ihr Angebot nicht. Ihr Produkt kann er bei gutem Willen lediglich als Aspekt einer von ihm gewünschten Zielsituation sehen. Ob es ihm jedoch seinem Ziel näherbringt, kann er auf Anhieb nicht sagen. Deshalb ist er an der Auflistung von Eigenschaften oder Ausstattungsmerkmalen nicht interessiert. Er kennt nur die Komplexität seines Problems und weiß in etwa, wohin er möchte. Er sieht viele Fallstricke und sucht einen Anbieter, der ihm bei der Lösung seines Problems hilft. Derjenige, der ihm diese Sicherheit gibt, wird sein Vertrauen und den Auftrag bekommen.

Besser, höher, schneller: Das zieht nicht mehr

Wie können Sie Ihrem Gegenüber diese Sicherheit geben? Indem Sie sich zum einen von den herkömmlichen Verkaufsargumenten ‚besser, schneller, höher‘ verabschieden, und zum anderen sich stattdessen auf das Fragen und Zuhören konzentrieren. Wie der Facharzt seinen Patienten analysiert oder der Rechtsanwalt bei einer kniffligen juristischen Fragestellung berät, genau so verhält sich der ‚Lösungsverkäufer‘. Er stellt sich seinem Kunden als Sparringspartner zur Verfügung und hilft ihm so, seine Ideallösung selbst zu definieren.

Der Kunde wünscht sich von Ihnen Fragen, die ihm signalisieren, Sie kennen sich in seinem Bereich aus und bringen viel Erfahrung bei der Lösung von ähnlichen Problemen mit. Fragen, die ihm die Komplexität seines Projektes selbst besser begreifbar machen. Fragen, die ihm die Sicherheit geben, Sie klopfen alle Rahmenbedingungen für ein Gelingen ab. Es sind meist offene, manchmal sehr spezifische Fragen, wie diese: „Ihr Unternehmen ist in den letzten Jahren stark gewachsen: Welchen Anforderungen muss Ihre Wunschlösung in puncto Skalierbarkeit genügen?“

Kontaktieren Sie mich gerne, damit wir eine Messaging und einen Fragenkatalog für Sie erarbeiten. Einfach hier einen Termin für ein erstes Gespräch buchen. Ich freue mich auf Sie!

Die perfekte Info: Wen interessiert was?

Play a new tune - it is not too late

Der Ton macht nicht nur die Musik. Er sollte auch das Publikum ansprechen.

Bei komplexen Kaufentscheidungen gibt es nicht nur den einzelnen Entscheider. Vielmehr haben wir es mit einem ganzen Gremium von Verantwortlichen zu tun, die die Entscheidung für einen neuen Anbieter maßgeblich mit beeinflussen.

Da ist zum einen der Geschäftsführer: Er setzt die Unterschrift unter den Vertrag, er weiß grob, worum es geht, kennt aber die Details der Anforderung nur im Hinblick auf die Ziele, die er damit erreichen will. Dann gibt es den Leiter der Abteilung, für die die neue Lösung gedacht ist. Oft vertraut er auf seinen Stellvertreter, der sich tief in die Einzelheiten hineindenkt, Anforderungen sammelt und den Überblick über die infrage kommenden Anbieter hat. Meist macht diese Person die Anbieterrecherche. Des Weiteren gibt es den technischen Entscheider, der dafür sorgt, die Lösung technisch bzw. von Seiten der IT dem Unternehmen anzupassen. Nicht zu vergessen: Der Einkäufer, der das Projekt von der Kostenseite aus betrachtet.

All diese Menschen suchen nach für sie passenden Informationen und haben sogar in den unterschiedlichen Phasen auf ihrem Weg zur Entscheidungsfindung jeweils andere Informationsanforderungen. Der Geschäftsführer braucht Sicherheit: Der Anbieter sollte bei einem Unternehmen der gleichen Branche bereits ein ähnliches Projekt implementiert haben. Er ist meist mit einer Hochglanz-Kundenreferenz zufrieden. Im Gegensatz dazu sucht der IT-Verantwortliche die technischen Details. Der fachliche Entscheider will Empfehlungen von Experten lesen, um die richtige Wahl zu treffen.

Mit dem Value Proposition Canvas versetzt Du dich als Anbieter in die Lage jeder Person, die am Entscheidungsprozess beteiligt ist. Du stellst dir ganz bewusst die Fragen: Mit welchen Herausforderungen hat diese Person täglich zu tun? Welche Aufgaben muss sie erfüllen, welche Ziele muss sie erreichen? Was will sie auf jeden Fall vermeiden? So entwickelst Du Schritt für Schritt die passgenauen Inhalte für jeden Ansprechpartner, der an der Entscheidung für die neue Dienstleistung, das neue Produkt beteiligt ist.

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